Manuela und Sina – auf dem Fahrrad unterwegs

 

Könntet ihr euch vorstellen, euer ganzes Gepäck auf das Fahrrad zu packen, drei Wochen lang durch verschiedene Länder zu fahren und in einem kleinen Igluzelt zu übernachten?  Diese Art von Urlaub ist sicher viel anstrengender als ein All-inclusive-Aufenthalt im Fünf-Sterne-Hotel. Anstelle von leckeren Häppchen und einer kühlen, sprudelnden Limonade stehen lauwarmes Wasser, Muskelkater und wenig Komfort auf dem Programm. Eines ist aber sicher: Wer seine Komfortzone verlässt, sieht und erlebt viel mehr.

Sina und Manuela haben sich dazu entschieden, die Strapazen, die eine solche Reise mit sich bringt, auf sich zu nehmen und sind am 5. Juli zu einer dreiwöchigen Fahrradtour aufgebrochen. Die Tour startete in Basel und führt die beiden Freundinnen auf den EuroVelo-Routen bis nach Rotterdam. Die Zwischenstopps fallen spontan aus – je nachdem, wie es ihnen an einem Ort gefällt oder wie viele Ruhepausen sie benötigen, entscheiden sie sich spontan, wo sie übernachten und wie lange sie sich auf dem jeweiligen Campingplatz aufhalten.

 

 

 

 

Die erste Panne liess nicht lange auf sich warten

Für die beiden Freundinnen ist es der erste gemeinsame Campingurlaub. Obwohl beide nicht zum ersten Mal campen, ist eine dreiwöchige Fahrradtour auch für sie eine neue Erfahrung.

Als ich die beiden kurz nach dem Start ihrer Tour am dritten Ferientag in Strassburg kennenlerne, haben sie bereits die erste Panne heil überstanden: Nach nur 33 km hat sich bei Manuelas Fahrrad das eine Pedal abgelöst und selbstständig gemacht. Ein Ereignis, das wohl niemand erwartet hätte – auch, weil die beiden Fahrräder neu sind. Die Überlegung, wieder nach Basel zurückzukehren, haben die beiden schnell verworfen: Nachdem eine Autogarage eine erste Notfallreparatur durchgeführt hat, mussten sie anschliessend einen 10 km langen Umweg in Kauf nehmen, um den nächsten Velohändler zu erreichen. Die zwei Abenteurerinnen haben sich bewusst gegen das Mitführen von Ersatzmaterial entschieden: „Wir sind nie völlig abseits von der Zivilisation unterwegs und haben immer die Möglichkeit, eine Werkstatt aufzusuchen oder notfalls auch einmal in einem Hotel zu übernachten.“

Viel Gepäck und ein kreativer Menüplan

Beide führen drei Velotaschen und eine zusätzliche Tasche am Lenker mit. Auf einen kleinen Gaspatronen-Kocher haben sie verzichtet – jedes zusätzliche Gewicht sollte nach Möglichkeit vermieden werden, denn die Route, die sich die beiden vorgenommen haben, ist lang. Die beiden Freundinnen nehmen das Schleppen des Gepäcks aber mit Humor: „So lange es nicht bergauf geht, fällt das Gewicht nicht auf. Und weil es hinter dem Rücken befestigt ist, sieht man es nicht, was einen positiven Effekt hat!“

Und was isst man, wenn man keinen Kocher im Gepäck hat und keine Möglichkeit besteht, die Nahrungsmittel zu kühlen? Nun … wer keine Küche zur Verfügung hat, wird kreativ: Sina und Manuela sind schon nach kurzer Zeit zur Erkenntnis gekommen, dass es zahlreiche Brotaufstriche gibt, die sich prima für die verschiedenen Mahlzeiten eignen und von der Vorspeise bis zum Dessert die passenden Geschmacksrichtungen anbieten. Man beginnt das Menü einfach mit dem salzigen Brotaufstrich und beendet es mit einer süssen Sorte. Auch Früchte stehen auf dem Speiseplan und ab und zu muss auch ein Müsliriegel als Mahlzeit herhalten. Hauptsache, es muss möglichst wenig mitgeschleppt werden. Grosse Vorräte haben in ihrem Gepäck keinen Platz und bedeuten – wie auch der Gaspatronen-Kocher – zusätzliches Gewicht. Ab und zu gönnen sich die beiden ein Abendessen im Restaurant und geniessen dabei nicht nur die warme Mahlzeit, sondern auch den Komfort eines bequemen Stuhls – etwas Erholung darf bei den Strapazen einer solchen Tour schliesslich nicht fehlen.

Einzig beim Wasser sparen sie nicht: An heissen Tagen müssen pro Person ca. zwei bis drei Liter mitgeführt werden, damit der Tag nicht mit Kopfschmerzen endet.

Als ich den beiden am Anfang ihrer Tour begegne, haben sie noch viele Kilometer vor sich und wissen noch nicht genau, wo sie ihre Zwischenstopps einlegen werden. Trotzdem möchte ich wissen, ob es einen Ort gibt, den sie auf ihrer Reise unbedingt noch sehen möchten. „Die Ortschaft Speyer wurde uns empfohlen. Die möchten wir gerne besuchen!“

 

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