Heute schon schubladisiert?

Vorurteile haben

Überall Tattoos, Piercings und komplett schwarze Kleidung – der hat bestimmt eine kriminelle Ader. Blonde Haare, High Heels und roter Lippenstift – wer so aufgetakelt rumläuft, hat nichts im Köpfchen.

So schnell stecken wir Menschen in Schubladen. Menschen, die uns vollkommen fremd sind. Obwohl wir sie nicht kennen, sind wir uns ganz sicher, dass wir richtig liegen. «Vorurteile» nennen sich diese fiesen, kleinen Gedanken, die sich im Alltag immer mal wieder in unsere Köpfe schleichen und mit spitzer Zunge ungefragt ihre Lästereien zum Besten geben.

Woher kommen sie denn überhaupt, diese Vorurteile? Wir werden ja schliesslich nicht mit ihnen geboren. Vielmehr eignen wir sie uns im Laufe der Zeit an. Weil wir hören, was andere erzählen. Weil wir lesen, was in den Medien steht. Und weil wir uns davon beeinflussen lassen. Diese Informationen speichern wir auf unserer Festplatte ab. Dort sitzen sie hartnäckig fest und lassen sich so schnell nicht wieder löschen.

Mit Vorurteil im Vorteil?

Vorurteile sind aber nicht immer nur schlecht. Manche Vorurteile haben wir auch, weil wir negative Erfahrungen gemacht haben. Also schützen sie uns davor, (vielleicht) erneut eine schlechte Erfahrung zu machen oder in eine gefährliche Situation zu geraten. Das bedeutet aber gleichzeitig auch, dass wir Menschen oder Dinge zu Unrecht verurteilen, weil sich unsere Vorurteile nicht immer und überall auch bewahrheiten.

Ganz schön schwierig, hier noch durchzublicken und sich korrekt zu verhalten. Sollen wir also auf alle und alles offen zugehen und uns immer erst eine Meinung bilden, wenn wir um eine Erfahrung reicher sind? Bestimmt nicht. Dann sollen wir uns also lieber mit Vorurteilen schützen und auf neue Erfahrungen komplett verzichten, um sämtlichen Gefahren aus dem Weg zu gehen? Nein, auch das nicht.

Schlussendlich muss wohl jeder für sich selbst entscheiden, was sich richtig oder falsch anfühlt. Wie so oft im Leben zählt auch hier das vernünftige Mittelmass: Ein bisschen den Kopf einschalten, ein bisschen den gesunden Menschenverstand walten lassen und ein bisschen auf das Bauchgefühl hören. War unsere Entscheidung falsch, machen wir eine negative Erfahrung, aus der wir wieder was lernen. War sie richtig, sind wir um eine positive Erfahrung reicher – und vielleicht sogar um eine neue Freundschaft.

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